Ich fahre einen Weinsberg CaraTour MQH 600 – ein großartiger Camper mit viel Ausstattung und Komfort.
Allerdings war die original verbaute 95 Ah AGM-Bordbatterie von Anfang an ein Schwachpunkt.

AGM-Batterien sind zwar robust, aber auch schwer und bieten nur etwa 50 % ihrer Nennkapazität als tatsächlich nutzbare Energie.
Das bedeutet: Von 95 Ah bleiben im Alltag nur rund 45–50 Ah übrig – für autarkes Stehen über ein bis zwei Tage einfach zu wenig.

Darum habe ich mich entschieden, die alte Batterie gegen eine moderne REDODO 12 V 165 Ah LiFePO₄auszutauschen.
Damit habe ich jetzt rund die dreifache nutzbare Kapazität, bei gleichzeitig etwa 10 kg weniger Gewicht.
So können wir problemlos ein bis zwei Nächte ohne Landstrom stehen.

Im Zuge des Umbaus habe ich außerdem einen Victron Energy SmartShunt IP65 installiert.
Damit kann ich den Ladezustand meiner Bordbatterie präzise überwachen und zusätzlich die Spannung der Starterbatterie im Blick behalten – alles bequem per App.


⚠️ Haftungsausschluss

Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen nur von ausgebildeten Elektrofachkräften durchgeführt werden. Die hier gezeigten Inhalte dienen ausschließlich der Information und Dokumentation meiner persönlichen Lösung. Ein Nachbau erfolgt auf eigene Gefahr. Ich übernehme keine Haftung für Schäden, die durch fehlerhafte Installation, Kurzschluss oder falsche Konfiguration entstehen. Bitte beachte außerdem, dass der Umbau Garantie- und Gewährleistungsansprüche am Fahrzeug oder an den Komponenten beeinträchtigen kann.


Material- und Werkzeugliste

Verwendete Komponenten:

Werkzeug:

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Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Planung & Vorbereitung

Bevor der Umbau startet, habe ich die neue REDODO LiFePO₄-Batterie, das Victron SmartShunt und alle benötigten Werkzeuge bereitgelegt.
Der Shunt wird in die Minusleitung der Bordbatterie eingebaut. So kann er den gesamten Stromfluss – also alle Verbraucher und Ladequellen – exakt erfassen.

Bevor ich an der elektrischen Anlage gearbeitet habe, habe ich den Camper komplett spannungsfrei geschaltet – also den Landstrom-Stecker gezogen und die Sicherung der Bordbatterie entfernt.
Erst nach Abschluss aller Arbeiten wurde die Anlage wieder in Betrieb genommen.


2. Ausgangslage: Alte AGM-Batterie

Im Weinsberg CaraTour MQH 600 war ab Werk eine Banner AGM 95 Ah Wohnraumbatterie verbaut – unter dem Bett und von der Heckgarage aus gut zugänglich.
Da das Fahrzeug von Haus aus relativ schwer ist, habe ich mich bewusst für eine 165 Ah LiFePO₄ entschieden. Diese liefert bei geringerem Gewicht deutlich mehr nutzbare Energie.


3. Ausbau und Vergleich

Nach dem Abklemmen aller Leitungen habe ich die AGM-Batterie sowie die Halterung ausgebaut.

VergleichAGMLiFePO₄
Kapazität95 Ah (ca. 50 % nutzbar)165 Ah (ca. 100 % nutzbar)
Nutzbare Energie~47 Ah~160 Ah
Gewichtca. 28 kgca. 15 kg

Fazit: Durch die neue Batterie verdreifacht sich meine nutzbare Kapazität bei gleichzeitig rund 10 kg Gewichtsersparnis.


4. Neue Batterie einbauen und sichern

Die neue Batterie passt perfekt in den vorhandenen Platz.
Ich habe mir aus einer Aluschiene eine neue Halterung gefertigt und die Batterie zusätzlich mit einem Spanngurt gesichert.

Im Zuge des Umbaus habe ich auch den Victron SmartShunt installiert, um künftig den exakten Ladezustand und die Verbräuche überwachen zu können.

Anschluss des SmartShunt:

  • Der erste Anschluss des Shunts kommt an die Minusleitung der Batterie.
  • Der zweite Anschluss wird mit dem Minuspol der Verbraucher verbunden – dieser ersetzt den bisherigen Minuspol der Batterie.
  • Wichtig: Am Minuspol der Batterie darf nur der Shunt angeschlossen sein, damit alle Ströme erfasst werden.
  • Die Stromversorgung des Shunts erfolgt über das mitgelieferte Pluskabel, das direkt am Batterie-Pluspol angeschlossen wird.

Damit ist die Grundinstallation abgeschlossen.


5. SmartShunt koppeln und einrichten

Nach der Installation habe ich die VictronConnect App installiert und den Shunt per Bluetooth verbunden.
Dazu einfach den Shunt in der App auswählen und den Kopplungscode eingeben (meist auf dem Gerät aufgedruckt oder standardmäßig „000000“).
Das Passwort kann später geändert werden.

Im Anschluss habe ich in der App die passenden Parameter für meine REDODO LiFePO₄-Batterie hinterlegt –
also unter anderem die Batteriekapazität, Peukert-Faktor und Ladeeffizienz.
So kann das SmartShunt den Ladezustand präzise berechnen und die Werte in der App korrekt anzeigen.

Nach erfolgreicher Kopplung und Einrichtung zeigt die App alle relevanten Werte wie Spannung, Ladestand (SOC) und Stromfluss an.
Die Verbindung bleibt bestehen, solange man sich in Bluetooth-Reichweite befindet.

💡 Für eine weltweite Fernüberwachung könnte zusätzlich ein Victron Cerbo GX mit Internetverbindung genutzt werden – ich habe darauf verzichtet.


6. Starterbatterie-Überwachung anschließen

Der Victron SmartShunt bietet einen zusätzlichen Eingang (Aux), um weitere Parameter zu erfassen – z. B.:

  • Batterietemperatur (mit optionalem Sensor)
  • Spannung einer zweiten Batterie (z. B. Starterbatterie)
  • Einzelspannungen bei 24 V-Systemen

Ich nutze den Zusatzeingang, um die Spannung der Starterbatterie zu überwachen.

Anstatt direkt an der Batterie zu messen, habe ich den Anschluss am Verteilermodul CBE DS-300KN genutzt.
Dort liegt die Starterbatterie am Anschluss B1 an – so konnte ich mit einem M6-Ringkabelschuh (1,5 mm²) eine saubere Verbindung herstellen.


7. Starterbatterie konfigurieren

In der App unter „Zusatzeingang“ einfach den Modus Starterbatterie wählen.
Ab jetzt werden beide Spannungen – Bord- und Starterbatterie – gleichzeitig angezeigt.


8. Ladegeräte anpassen

Damit die neue Batterie korrekt geladen wird, habe ich die Ladegeräte angepasst:

Originales Netzteil / Ladegerät:
unterstützt keine Lithium-Kennlinie, daher auf GEL-Kennlinie (14,4 V) gestellt – diese ist in meinem Fall die beste Option.

Schaudt WA121525 Ladebooster:
auf Lithium-Kennlinie umgestellt.


Fazit

Der Umbau hat sich absolut gelohnt:
Mein Weinsberg CaraTour MQH 600 ist jetzt deutlich autarker, leichter und effizienter.
Ich habe den Energieverbrauch und Ladezustand jederzeit im Blick – bequem über das Smartphone.
Die Kombination aus REDODO LiFePO₄ und Victron SmartShunt ist zuverlässig, modern und ideal für längere Standzeiten ohne Landstrom.


Rechtlicher Hinweis

Alle Angaben in diesem Beitrag erfolgen nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr.
Die Umsetzung oder Nachahmung geschieht auf eigene Verantwortung.
Ich übernehme keine Haftung für Schäden, Folgeschäden oder Garantieverluste, die durch Arbeiten an elektrischen Anlagen entstehen können.


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