Im September 2019 zog es uns für 12 Tage mit dem Bulli in die Schweiz – ein Land, das uns mit seiner Natur, seinen Bergen und seiner unglaublichen Sauberkeit sofort begeistert hat. Wir hatten riesiges Glück mit dem Wetter: tagsüber meist Sonne und über 25 °C, nachts in den Bergen manchmal nur 3–4 °C. Perfekt für ausgiebige Wanderungen, klare Sternennächte und gemütliche Abende im Bulli.
Insgesamt legten wir rund 2.000 km mit dem Auto und über 100 km zu Fuß zurück.
Ein paar Reisetipps gleich vorweg: Für die Autobahnen braucht man eine Jahresvignette (36,50 €), Diesel ist deutlich teurer als in Deutschland (ca. 1,70 CHF), und auch Lebensmittel sind spürbar kostspieliger. Campingplätze kosten zwischen 30 und 50 CHF pro Nacht – dafür bekommt man aber oft traumhafte Lagen mitten in den Bergen.
⛰ Start in Flims – Seen, Schluchten & Murmeltiere
Am 18. September starteten wir in Richtung Schweiz. Unser erstes Ziel: Camping Flims, wo wir drei Nächte blieben. Nach einem gemütlichen Frühstück am nächsten Tag brachen wir zu unserer ersten Wanderung auf – direkt vom Campingplatz aus.
Auf unserer Route lagen gleich drei Seen: Prau Tuleritg, Caumasee und Crestasee, sowie die beeindruckende Rheinschlucht-Aussichtsplattform IL Spir bei Conn. Die Schlucht hat uns besonders beeindruckt – ein echtes Naturhighlight!
Am zweiten Tag nutzten wir die Bergbahn, um ein Stück aufzusteigen. Für 15 CHF (vergünstigtes Ticket „Bergsommer Wandern Flims“) fuhren wir mit der Sesselbahn über Foppa bis auf 1.800 m nach Naraus – unsere allererste Sesselbahnfahrt überhaupt! Von dort aus wanderten wir über den Wasserweg Trutg dil Flem bis zum Segnesboden und weiter zur Segneshütte, immer begleitet vom Pfeifen der Murmeltiere. Direkt nebenan gibt es übrigens einen Besucherpavillon über das UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona – sehr sehenswert.
🚗 Über den Oberalppass nach Zermatt
Nach drei Tagen ging es weiter Richtung Zermatt. Der Weg über den Oberalppass war landschaftlich ein Traum! Am türkisblauen Oberalpsee legten wir einen spontanen Zwischenstopp ein – perfekt für Fotos oder eine kleine Wanderung zur Rheinquelle (die wir uns für später aufgehoben haben).
Übernachtet haben wir zunächst auf dem Camping Nufenen, bevor es am nächsten Morgen weiterging nach Randa, nahe Täsch, auf den Campingplatz Attermetzen – unser Basislager für Zermatt.
🌉 Europaweg & die längste Hängebrücke der Welt
Von dort aus starteten wir eine der spektakulärsten Wanderungen unserer Schweizreise: zur Europahütte über den Europaweg. Das Highlight war die Überquerung der Charles Kuonen Hängebrücke – mit 494 m Länge und 85 m Höhe die längste Fußgänger-Hängeseilbrücke der Welt!
Ein atemberaubendes Erlebnis – allerdings nichts für Menschen (oder Hunde 😉) mit Höhenangst. Unser Hund Jasonmusste an manchen Stellen getragen werden. Nach 900 Höhenmetern erreichten wir die Europahütte, gönnten uns dort ein Stück Apfelkuchen und Apfelschorle – wohlverdient!
🏔 Wanderung zum Stellisee – mit Hindernissen
Am nächsten Tag ging es per Zug nach Zermatt und mit der Bergbahn (16 CHF) auf die Sunnegga auf 2.288 m. Von dort wanderten wir vorbei am Leisee weiter zum Stellisee (2.537 m) – mit spektakulärem Blick auf das Matterhorn.
Auf dem Rückweg wollten wir über den Europaweg bis nach Randa wandern. Doch unterwegs verloren wir unbemerkt den richtigen Pfad und landeten auf einem gefährlichen Geröllfeld. Laut GPS waren wir noch „auf dem Weg“, doch real sah das anders aus 😅. Nach einer Stunde mühseligen Kletterns kamen wir schließlich sicher zurück auf den richtigen Pfad.
Mit Kopflampen bewaffnet erreichten wir gegen 23:30 Uhr nach 29 km und 1.705 Höhenmetern unseren Campingplatz – müde, aber glücklich!
🐿 Saas-Grund & Murmeltiere zum Anfassen
Unsere nächste Station war Saas-Grund, wo wir auf dem Camping am Kapellenweg übernachteten. Mit dem inkludierten Bürgerpass (7 CHF/Tag inkl. Kurtaxe) konnten wir viele Bergbahnen kostenlos nutzen – perfekt!
Am nächsten Tag fuhren wir nach Saas-Fee und machten zuerst einen kurzen Abstecher nach Felskinn (2.991 m) – dort lag sogar Schnee! Leider war es neblig, also ging es direkt weiter zur Bergstation Spielboden (2.450 m), wo unser eigentliches Ziel wartete: die Murmeltierbauten 🐹
Und tatsächlich – die Murmeltiere waren erstaunlich zutraulich! Mit etwas Geduld (und vielen Erdnüssen 😉) kamen sie ganz nah, und eines ließ sich sogar streicheln. Unser Hund Jason beobachtete das ganze Geschehen sichtlich irritiert aus sicherer Entfernung. Ein unvergesslicher Tag!
💦 Aareschlucht, Reichenbachfall & Rheinfall
Weiter ging es nach Innertkirchen zur berühmten Aareschlucht. Auf dem Weg legten wir noch einen spontanen Halt am beeindruckenden Fellbachfall II bei Saas-Balen ein.
In Innertkirchen übernachteten wir auf dem Camping Aareschlucht. Von dort wanderten wir durch die Schlucht bis zum Reichenbachfall (bekannt als „Sherlock-Holmes-Wasserfall“) und schauten uns anschließend den Ort Meiringen an, bevor wir mit dem Zug zurückfuhren.
Zum Abschluss unserer Reise besuchten wir noch den Rheinfall bei Schaffhausen – einen der größten Wasserfälle Europas. Dort trafen wir Bekannte, die wir bisher nur von Instagram kannten – ein wirklich schönes Treffen!
Die letzte Nacht verbrachten wir am Camping Schachenhorn am Bodensee. Auf dem Heimweg legten wir noch einen Stopp im Affenberg Salem ein, bevor wir schließlich die Rückfahrt nach Deutschland antraten.
Fazit 🌄
12 Tage, 2.000 km, 100 Wanderkilometer – und unzählige Erinnerungen.
Die Schweiz hat uns mit ihrer Natur, ihren Bergen und ihrer Herzlichkeit vollkommen verzaubert. Von türkisblauen Seen über schneebedeckte Gipfel bis hin zu neugierigen Murmeltieren – diese Reise war ein echtes Abenteuer und wird uns ewig im Gedächtnis bleiben.
📸 Mehr Fotos & Videos findest du in unserem Reisealbum auf Facebook.


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